www.fdp.de
Logo

FDP LV Net

FDP Internet-Landesverband

Vollversammlung 2007

Kinderrechte stärken.

Beschluss der Vollversammlung des FDP LV Net 2007

Kinder sind unsere Zukunft. Das Zusammenleben mit Kindern und das Sorgen für Kinder ist eine der schönsten Aufgaben sowohl für den einzelnen Menschen als auch für die Gesellschaft. Dabei ist zu beachten, dass Kinder keine kleinen Erwachsenen, sondern Menschen mit eigenen faszinierenden Fähigkeiten, Interessen und Bedürfnissen sind. Im Bewusstsein, dass es eine ständige Aufgabe ist, Kindern täglich aufs Neue entgegen zu kommen und gerecht zu werden, fordert die FDP aktuell die Schaffung folgender Kinderrechte:

1.) Kinder haben das Recht, Bücher kostenlos ausleihen zu können. Wo es an geeigneten Stadtbibliotheken vor Ort fehlt, sind entsprechende postalische Ausleihsysteme zu schaffen. Um das Vorlesen zu fördern, sollten in Schulen und Kindergärten sowie in öffentlichen Bibliotheken regelmäßige Vorleseveranstaltungen durchgeführt werden. Die öffentliche Hand vor allem in den Kommunen wird aufgefordert, kommerzielle Vorleseangebote in ihren Veranstaltungshinweisen gezielt zu bewerben und wo möglich auch selbst in Auftrag zu geben.

2.) In der Stadtentwicklung und beim Aufstellen von Bebauungsplänen sind die Belange von Kindern und Familien besonders zu berücksichtigen, insbesondere muss darauf geachtet werden, dass die fußläufige Entfernung zum nächsten Kinderspielplatz in allen Arten von Wohngebieten von jeder Wohnung aus maximal 1 km beträgt. In Häusern, die aus mehr als 10 Wohneinheiten bestehen und regelmäßig auch von Familien bewohnt werden, sollen entsprechend der baulichen Voraussetzungen Spielmöglichkeiten im Freien geschaffen und erhalten werden. Es soll möglich sein, statt dessen einen Gemeinschafts- oder Quartiersspielplatz zu errichten, der von den teilnehmenden Hauseigentümern getragen und erhalten werden muss. Hauseigentümer und andere Mieter müssen dulden, dass auf den Spielflächen Spielgeräte von den Mietern mit Kindern angebracht werden, wobei für deren Erhalt und Sicherheit der Hauseigentümer nicht haftet. Bei Auszug hat der Mieter, der die Geräte angebracht hat, dafür Sorge zu tragen, dass die Geräte und die daraus folgende Verantwortlichkeit für Erhalt und Sicherheit entweder von anderen übernommen oder auf eigene Kosten wieder abgebaut werden.

3.) Es wird ein Kinderbeauftragter im Bundestag analog zum Wehrbeauftragten eingerichtet, der Kinderrechte und Kinderanliegen ständig im Bundestag vertritt und bei Gesetzesvorhaben eine Prüfung der Auswirkungen auf Kinder vornehmen muss, die im Gesetzentwurf aufgeführt werden muss.

4.) Es werden Bildungsgutscheine eingeführt, über welche Kinder an überschulischen Bildungsangeboten z.B. in den Bereichen Musik, Sport, Kunst, Theater, besondere Sprachen teilhaben können. Zudem sollten sich die Kommunen darum bemühen, gemeinsam mit der lokalen Wirtschaft attraktive Angebote für Familien zur Verfügung zu stellen, z.B. in Form von Familie-Karten.

5.) Einrichtungstypischer Kinderlärm fällt nicht unter die TA-Lärm und berechtigt nicht zur Mietminderung oder zu Maßnahmen des Vermieters gegen mietenden Familien.

6.) Kinder haben das Recht auf Kindertagesbetreuungsplätze, welche als Bildungseinrichtungen auszugestalten sind und für alle Eltern finanzierbar sein müssen.

7.) Die Anzahl der U-Untersuchungen zwischen dem 2. und 4. wie auch nach dem 5. bis zum 12. Lebensjahr muss erhöht werden, um eine regelmäßigere Entwicklungsstandskontrolle zu gewährleisten und Fehlentwicklungen frühzeitig entgegenwirken zu können. Die Kommunen sollen dem Modell Dormagen folgend im Sinne der aufsuchenden Jugendhilfe in die Familie jedes Neugeborenen durch einen Mitarbeiter ein Begrüßungspaket persönlich überbringen, um Hilfen anzubieten, auf Möglichkeiten der Unterstützung wie auch Angebote für Kinder wie Kindertagesbetreuung, Spielgruppen etc. hinzuweisen und etwaige Fragen und Probleme frühzeitig zu erkennen. Im Folgenden sollten den Familien von der Kommune regelmäßig Elternbriefe, in denen altersgerechte Informationen zu Erziehungsfragen, Hilfsangeboten etc. enthalten sind, zugesandt werden. Die Krankenkassen sollen an die sorgeberechtigten Eltern aller bei ihnen mitversicherten Kinder regelmäßig Erinnerungen für die anstehenden U-Untersuchungen versenden.

8.) Kinder in Deutschland haben ein Recht auf die deutsche Sprache. Wer, aus welchen Gründen auch immer, bis zum vierten Lebensjahr eine altersgemäß stark unterdurchschnittliche Sprachentwicklung in der deutschen Sprache aufweist, hat einen Rechtsanspruch auf kostenlose Sprachförderung. Vor der Einschulung sind rechtzeitig verpflichtende Sprachstandserhebungen durchzuführen. Bei der Feststellung von Föderungsbedarf müssen die Kinder Sprachförderung erhalten und diese auch wahrnehmen.

9.) Kinder haben das Recht auf Erholung und Freizeit, insbesondere auf ein vernünftiges, ausgewogenes und altersgerechtes Verhältnis zwischen Pflichtaufgaben, organisierten Aktivitäten und Spiel bzw. freiem und kreativem Gestalten wie auch Ruhezeiten.


Druckversion Druckversion 

Herzlich willkommen!


Manuel Höferlin, seit April 2010 Vorsitzender des FDP LV Net

Einloggen

Bitte geben Sie unten Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich bei my.FDP einzuloggen.








my.FDP

myFDP

MITDISKUTIEREN

mitdiskutieren

Positionen


ARGUMENTE

Argumentation

HOMEPAGE

Homepage